|
|
|
|
Winterwanderung der FW: Natur, Geschichte und GeselligkeitTrotz
widriger Wetterbedingungen konnten die Vorsitzende der Freien Wähler
Reilingen, Gemeinderätin Patricia Faber und Gemeinderat Peter Geng,
eine Gruppe hoch motivierter Wanderfreunde am Verbandswasserwerk in
Reilingen zur traditionellen Winterwanderung begrüßen. Als profunder
Kenner der Reilinger Gemarkung erläuterte der ehemalige
Naturschutzbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises Peter Geng zu Beginn
die landschaftlichen und historischen Besonderheiten der Umgebung vom
Wasserwerk. Der Gewannname des Lussheimer Waldes, auch im Volksmund
"Eichau" genannt, verweist auf den ursprünglichen Verlauf der
Gemarkungsgrenzen. Diese reichte bis zur teilweisen Ausrodung des
Waldes bis zur Mitte des Trockentals "Lange Lach", das bis 1803 nicht
nur die Grenze zwischen Altlussheim und Reilingen, sondern auch
zwischen Kurpfalz und Württemberg bildete. Nördlich des "Speyerer Wegs"
liegt die Gewann "Rechtes Feld", die heute nur noch mit rund einem
Hektar Ackerland erhalten ist. In nördlicher Richtung vom Wasserwerk
erstrecken sich entlang eines seit urdenklicher Zeit mäandrierenden
Flusslaufs die Reut- und Spießwiesen – ein tiefliegendes Niedermoor,
das sich über den Verlauf des früher "Stumpenbruch" genannten Reilinger
Sees, den Kellersbruch bis hin zur Hockenheimer Gewann "Mörsch" zieht.
Beeindruckende Naturvielfalt rund um den BaggerseeAm
winterlich anmutigen Baggersee erläuterte Peter Geng die spannende
Entstehungsgeschichte des Sees von der Kiesgewinnung bis zum
spektakulären Fund von Knochenresten. Deren Auswertung ergab, dass es
sich um ein Schädelfragment eines Urmenschen handelte, der vor rund
125.000 Jahren lebte – bekannt als "Homo erectus reilingensis". Der
heutige Naturlehrpfad um den Baggersee erfreut sich großer Beliebtheit
und informiert mit anschaulichen Tafeln über den vielfältigen
Naturraum. Kurz vor dem Seehof der Familie Geng passierte die Gruppe
eine Oussant Schafherde von Carolin Geng. Die bretonischen Zwergschafe,
die vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt werden, sorgten
insbesondere bei den Kindern für große Freude.
Grillvergnügen und GeselligkeitAm
Ziel angekommen, waren alle Wanderer froh, die windgeschützte Scheune
zu erreichen. Dort hatten Claudia Geng und Gemeinderat Michael Lauer
bereits alles bestens vorbereitet. Mit dem vom Hausherrn eigens
zubereiteten heißem Gewürzwein oder Tee konnte man sich schnell
aufwärmen. Besonders beliebt war allerdings Grillmeister Simon
Schweikert, der bereits alles am Grill vorbereitet hatte, um die
Teilnehmer mit Steaks und Schafskäse im Pfännchen schnell zu versorgen.
Zwischenzeitlich hatte sich die Scheuer dicht gefüllt, da einige Gäste
den Weg direkt zum Seehof gewählt hatten. Unter ihnen Ehrenvorsitzende
Sabine Petzold und Bürgermeister Stefan Weisbrod, der zuvor dem
Tischtennis-Verein beim Tannenbaum einsammeln noch fleißig geholfen
hatte.
In
lockerer geselliger Atmosphäre nutzte man die Gelegenheit, sich Anfang
des Jahres noch über die vergangenen Wochen und aktuell anstehende
Ereignisse auszutauschen. Aufgrund des gemeldeten Glatteises machte man
sich aber frühzeitig auf den Heimweg – gut aufgewärmt nach einem
gelungenen Winterspaziergang und leckerem Gegrilltem.
|
|